Über die viel gescholtene "zu lange deutsche Juristenausbildung" kann man sagen, was man will, aber sie eröffnet die Möglichkeit, in einem verhältnismäßig überschaubaren Zeitraum mit vielen Bereichen juristischer Berufsausübung konfrontiert zu werden, ohne dass einem der durch die Ausbildung erzwungene ständige Wechsel einmal als unentschiedenes "Jobhopping" vorgeworfen werden könnte.
Man hat darin sogar die Gelegenheit, diese unnahbaren, anonymen "Großsozietäten" kennen zu lernen, in denen - dem Vernehmen nach Tag und Nacht! - ebenso unnahbare, anonyme Karrieristen zu Werke gehen. Arbeitet man aber einmal dort, kann man feststellen, dass die unnahbaren Karrieristen eigentlich ganz normale Menschen sind und - man glaubt es kaum - manchmal etwas nicht wissen und deswegen einen Referendar um Hilfe/Recherche bitten müssen.
Nebenbei kann man juristisch auf Englisch arbeiten und die noch aus dem Studium herrührende Verunsicherung, von allem etwas, aber von nichts wirklich etwas zu verstehen, in Richtung einer Selbstsicherheit gebenden Spezialisierung lenken. Und auf was man sich gegebenenfalls spezialisieren will, kann man vielleicht auch herausfinden. Denn es gibt zwar Juristinnen und Juristen, die schon im Sandkasten wussten, dass das Doppelbesteuerungsabkommen mit Kasachstan einmal ihre berufliche Erfüllung sein würde (und die zielstrebig darauf hinarbeiteten), aber viele sind zu Beginn oder während des Referendariats schon froh, wenn sie jedenfalls ahnen, was sie zukünftig eher nicht machen wollen.
Und vielleicht das Allerwichtigste bei einer Station in einer Großsozietät: Man merkt, ob man mit dem Klima und der Kultur "des Ladens" kann oder nicht, falls man ja wirklich einmal die Schnapsidee haben sollte, Anwältin oder Anwalt in eben einer solchen zu werden. Es gehört nämlich zu den Gesetzen des Marktes (ja, gute Juristinnen und Juristen sind nach wie vor begehrt und auch Mangelware), dass die Arbeitsumstände und auch der Löwenanteil der von Referendaren und Berufsanfängern zu bewerkstelligenden Arbeiten in den meisten Großsozietäten ähnlich, zumindest aber vergleichbar sind. Alle wollen weißer waschen. Aber je nachdem, was man selbst für ein Typ ist, sagt einem das "Wäschewaschen" in einer Gruppe von Leuten mehr und in einer anderen eben weniger zu.
Was Clifford Chance fernab von all diesen austauschbaren Worthülsen wie "international" (ja, das sind wir ganz bestimmt; andere aber auch), "interessant und herausfordernd" (dito) und "modern" (nochmal dito) unterscheidet, ist unsere Vielfalt. Wir kennen kein "Gardemaß", außer vielleicht der Eigenschaft, dass jeder von uns irgendetwas besser können sollte als die anderen und die Bereitschaft mitbringen muss, damit das Team zu ergänzen. Es gibt andere Sozietäten, die stattdessen lieber auf die Homogenität ihrer Zusammensetzung stolz sind. Geschmackssache. Wer aber in einem "gemischten Haufen" versuchsweise mitmischen will, ist bei uns gern dazu eingeladen.
Vielleicht noch ein paar Worte zu den - vermutlich gar nicht so besonders singulären - Arbeitsumständen bei uns, aber einige Fragen kommen ja immer wieder hoch:
- Außer Sie wünschen es ausdrücklich anders, teilen wir Sie einem bestimmten Bereich zu; in jedem Bereich haben wir einen oder mehrere dort tätige Anwälte, die sich als sog. "Mentoren" um Sie kümmern und Ihre Anlaufstelle sein sollen. Das heißt nicht, dass Sie nur mit diesen an Mandaten arbeiten, aber es bedeutet, dass Sie immer jemanden haben, an den Sie sich wenden können (auch wenn Sie einmal etwas für uns nicht so Erfreuliches loswerden wollen).
- Wir möchten nicht, dass Sie wegen Ihrer Station bei uns eine Arbeitsgemeinschaft oder einen Klausurenkurs (zu dessen Besuch wir dringend raten!) vernachlässigen. Obwohl die Erfahrung zeigt, dass es leichter ist, Sie in die tägliche Arbeit zu integrieren, wenn Sie möglichst regelmäßig im Bereich "greifbar" sind, und vier bis (in der Wahlstation) fünf Tage pro Woche besser wären, sind wir grundsätzlich flexibel, wenn Sie an "nur" drei Tagen bei uns mitarbeiten wollen. Wir stellen Sie andernfalls aber auf Wunsch gerne zur Vorbereitung der mündlichen Prüfungen zu Ende Ihrer Station ganz frei und Sie können in dieser Zeit auch unsere Bibliothek benutzen.
- Und Geld? Ja, auch das. Als Referendar verdienen Sie bei uns EUR 150,- pro Tag.
- Und dann? Hat man bei Clifford Chance auch die Chance, einmal "übernommen" zu werden? Man hat. Das bringt uns wieder auf das Thema des engen Marktes guter junger Juristen zurück. Wir sind nicht so verrückt, dass wir jemanden laufen ließen, der uns als Referendarin oder Referendar gefallen hat. Und das ist nicht einfach so daher gesagt: Ich bin heute immer noch da, wo ich im Sommer 1987 zaghaft als Referendar eintrat (okay, ein Stockwerk höher). Zugegeben, der Name des Ladens hat sich seit dieser Zeit ein paar Mal verändert, aber hin und wieder stoße ich doch noch auf eine Akte, an der sich Rechtsreferendar Uwe Hornung damals versuchte! Der konnte sich übrigens damals alles vorstellen, nur nicht die Karriere in einer Großsozietät …
Uwe Hornung
(Uwe Hornung kam 1987 als Referendar zu Pünder, Volhard & Weber, wurde 1990 Anwalt bei Pünder, Volhard, Weber & Axster und ist heute Partner bei Clifford Chance).
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